Heute konnten wir Alexander Lengen für unser Interview gewinnen. Alexander Lengen ist Manager Social Media and Broadcast bei Opel und Vauxhall. Zuvor war er
- Social Marketing Officer bei PayPal
- Senior Corporate Communications Manager bei PayPal
- Team Leader Brand Marketing bei eBay Germany
Wir können also davon ausgehen, dass die Antworten von Herrn Lengen auf einiger Erfahrung im Bereich Marketing und Social Media fundiert sind.
autosocial.de: Herr Lengen, Opel hat im Bereich Social Media Communication einen Gang zugelegt und betreut seit Mai 2010 mit seinem Twitter-Account @Opel_Service_DE die deutschsprachigen Kunden via Twitter. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen in der Kundenkommunikation via Twitter?
Alexander Lengen: Wir machen ja nicht nur Twitter, sondern sind an allen relevanten Stellen im Netz tätig. Facebook, Blogs, Twitter, YouTube. Wir sind hauptsächlich natürlich da vertreten, wo auch die meisten Menschen sind. Twitter im Besonderen wird bei uns für Serviceanfragen der Kunden genutzt. Diese freuen sich meist über die unkomplizierte Hilfe und den direkten Kontakt.
autosocial.de: Für viele Autohäuser sind die Netzwerke wie Facebook und Twitter immer noch Neuland und viele wagen den Schritt in diese Richtung nicht. Woran, denken Sie, liegt das?
Alexander Lengen: Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber ich denke es liegt a) an Berührungsängsten, aber viel wahrscheinlicher b) an fehlenden Ressourcen. Soziale Netzwerke zu bedienen bedeutet einen Zeitinvest, wenn man es richtig machen will. Viele Händler haben vielleicht auch noch nicht erkannt, was Social Media für sie tun kann.
autosocial.de: Opel hat auf Facebook etwa 160.000 Fans, auf Twitter aber “nur” etwa 4.400 Follower. Welche Aussagekraft haben diese Zahlen für Sie? Liegt es daran, dass man “mal eben” schneller auf den “Gefällt mir” – Button drückt als dass man eine echte Kommunikation mit der Marke wünscht? Sind die Follower auf Twitter daher eventuell qualitativ hochwertiger einzustufen als die Fans auf Facebook?
Alexander Lengen: Ganz einfache Erklärung: 22 Millionen deutsche Facebook Nutzer vs. 500.000 aktive Twitter Nutzer in Deutschland. So erklärt sich das Verhältnis.
autosocial.de: Wo sehen Sie den weiteren Weg der Automobilbranche im Bereich Social Media? Wird Social Media die klassischen Werbeformen (Print, TV) eventuell langfristig komplett verdrängen?
Alexander Lengen: Ich glaube Social Media wird bleiben und ist eine Ergänzungen zu den klassischen Kommunikationskanälen. Nur noch wenige Menschen vertrauen der Werbung, aber viel eher ihren eigenen Recherchen oder den Meinungen von Freunden im Web. Klassisches Beispiel: wer heute eine Urlaubsreise plant, schaut nach den Bewertungen des Hotels im Netz. Wenn die Bewertungen überwiegend negativ sind, wird man dorthin eher nicht fahren. Genauso verhält es sich mitAutos. Wer gute Erfahrungen macht postet das, wer Schlechte macht auch. Meinungsbildung findet heute im Netz statt!
autosocial.de: Welchen Rat würden Sie Autohändlern mit auf den Weg geben, wenn sich diese zum ersten Mal mit dem Thema Social Media auseinandersetzen?
Alexander Lengen: Realistische Ziele setzen. Ein Autohändler, der 100 Autos im Jahr verkauft wird keine Fanbasis von 20.000 Fans haben. Sich fragen: Was will ich erreichen? Wie kann Social Media ergänzen? Und dann davon ausgehend handeln.
autosocial.de: Wie plant Opel, seine Händler im Bereich Social Media zu unterstützen?
Alexander Lengen: Da werden wir in diesem Jahr noch etwas entwickeln. Mehr will ich dazu noch nicht sagen.
autosocial.de: Wo sehen Sie den Opel Service und die Marke Opel im Social-Media-bereich in einem Jahr? Was sind Ihre Ziele?
Alexander Lengen: Das Wichtige ist: wir haben welche! Der größte Fehler ist es, keine Social Media Strategie zu haben. Wir haben eine konsequent aus Dialog und Wachstum ausgerichtete Strategie. Wir kommunizieren mutig und offen. Welche numerischen Ziele dahinter stehen sage ich nicht – Social Media ist ja auch ein bisschen ein Zauber

